Auf einem Areal von 150.000m² sind wir zuhause. Keine 25 Kilometer flussabwärts der Hansestadt Bremen sitzt die Elsflether Werft direkt an der Hunte und der Weser. Genau hier realisieren wir für Sie Umbauten, Wartungen und Reparaturen mit unseren offenen, innovativen und erfahrenen Teams.

Kurze und unbürokratische Wege zeichnen uns aus. Bei der Elsflether Werft lösen wir Kundenwünsche mit betriebseigenen Industriekaufleuten, Ingenieuren, Stahl-, Schiff- und Maschinenbauern, Rohrlegern, Tischlern und Zimmermännern. Bei der detaillierten Planung unserer handgemachten Umbau- und Reparaturarbeiten können wir uns stets auf individuelle Bedürfnisse unserer Kunden abstimmen und unsere Arbeit mit einem Optimum an Qualität durchführen. Und das bereits seit über 100 Jahren.

Unsere Geschichte

Alles begann 1916. Die Elsflether Werft übernahm am Anfang ihrer Unternehmensgeschichte fast ausschließlich den Neubau von Handelsschiffen. Während der ersten Jahrzehnte lag unsere Hauptkompetenz bei der Planung und Umsetzung neuer Schiffe. Mit dem zweiten Weltkrieg und einer herausfordernden Nachkriegszeit zeichnete sich sehr schnell ein Trend ab. Statt Neubauten fragten unsere Kunden vor allem nach Instandhaltungs- und Umbauarbeiten.

Der große Passagiersegler „Lili Marleen“ war 1994 eines der letzten Schiffe, das die Elsflether Werft als Neubau verließ. Seit 1996 konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Reparatur, Wartung und den Umbau von Segelschiffen, zeitgemäßen Handelsschiffen sowie von Schiffen öffentlicher Auftraggeber wie etwa der Bundesmarine. Mit dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ als Höhepunkt wächst der Anteil der Instandsetzungen für die Bundesmarine stetig.

Über 100 Jahre Schiffbaukunst


Seit 1916 versteht die Elsflether Werft es, sich den Umständen der Zeit anzupassen. Flexibilität ist bis heute unsere Stärke. Wie unser Weg durch mehr als 100 Jahre Werft-Geschichte verlief, haben wir hier in einem kurzen Überblick zusammengefasst.

Franz Peuss, Vorstand
Das Gründungsjahr

Die Idee zur Gründung der Elsflether Werft geht auf Schiffbauingenieur Franz Peuss zurück. Sein Plan fand in verschiedenen Oldenburger Kreisen Anklang und auch der Oldenburger Großherzog förderte die Werftgründung seit den Anfangsstunden. Am 12. Oktober 1916 geht die Elsflether Werft Aktiengesellschaft an die Börse und Peuss, Initiator und Gründervater, wird in den Vorstand bestellt.

Lageplan der Elsflether Werft 1917 mit beantragter neuer Slipanlage
Die Anfänge

Nach einer kurzen Vorbereitungszeit beginnt die Elsflether Werft ab 1917 mit ersten Schiffreparaturen. Nach und nach vergrößert sich die Werft. Eine Längsslipanlage mit einer Belastungsstärke von 450t sowie die erste Motorbarkasse werden gebaut und für Schiffsreparaturen genutzt.

Fracht und Transportleichter für Kolumbien, 1928 auf der Werft
Die Elsflether Werft (inter-)national

Besondere Geschäftsbeziehungen führen in den Folgejahren zu nationalen und internationalen Aufträgen. So baut die Elsflether Werft ab 1924 zahlreiche Fracht- und Viehtransportschiffe sowie Öl-, Wasser- und Kohlenleichter die nach Kolumbien und Mosambik exportiert werden. Gleichzeitig werden 23 Binnenfrachtschiffe für die deutsche „Rheinschifffahrt Actiengesellschaft“ aus Mannheim gefertigt.

Dreiradlieferwagen EWAG, Zeichnung nach einem Werbeprospekt aus dem Jahr 1929
Die Werft in der Wirtschaftskrise

Durch die Inflation wird das anfänglich auf 500.000 Mark notierte Grundkapital bis 1923 auf 5,5 Millionen Mark erhöht und nach der Währungsumstellung auf 330.000 Reichsmark festgelegt. In den 1930er Jahren verzeichnet die Elsflether Werft AG einen starken Auftragsrückgang, der durch Nebenfertigungen ausgebessert wurde. So wurde unter anderem ein Dreiradlieferwagen unter dem Namen „EWAG“ konstruiert und verkauft, der eine Nutzlast von 500 kg transportieren konnte.

Das 1939 abgelieferte Binnentankmotorschiff „MATTHIAS STINNES 100“
Die neue Ära

Nach Franz Peuss Tod im Jahr 1935 wird Schiffbauingenieur Walter Behrendt die Leitung der Werft übertragen. Für Behrendt hieß es, nach Einsicht in die Finanzbücher, eine schnelle Lösung zum Ausgleich des Auftragsmangels zu finden. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte er mit dem Erfahrungsschatz der Elsflether Werft einen Binnentankschifftyp, der schnell Abnehmer fand. Durch Behrendts wirtschaftliches Handeln erholte sich die Werft und erweitert sich nur drei Jahre später um neue Maschinen, Hallen und Büros.

Minensuchboot M 384, 1942 auf der Elsflether Werft
Die Aufträge während des zweiten Weltkriegs

Die Elsflether Werft erhält den ersten Auftrag der Deutschen Kriegsmarine. Vier seegängige Motorspülprahme wurden noch im selben Jahr ausgeliefert. Nach Kriegsausbruch wird der eigentliche Auftrag, der Bau von Kriegsfischerdampfern, zugunsten dringlicherer Aufgaben, wie die Zulieferung für Unterseeboot- und anderen Kriegsschiffbauten, zurückgestellt. Zwei Jahre später erhielt die Werft den Auftrag für den Bau von Minensuchbooten und Tankern, die für die Versorgung der Flotteneinheiten auf See eingesetzt wurden.

Einbau eines U-Boot-Motors in das Motorküstenschiff „KRAUTSAND“
Das Kriegsende und die Nachkriegszeit

Die Werft verzeichnete nach Kriegsende kaum physische Schäden. Jedoch ließ die Militärregierung bis zum Washingtoner Abkommen im Jahr 1951 keine Schiffsneubauten zu. Stattdessen stellte die Werft Brücken wieder her und übernahm Bootsreparaturen. Behrendts späte Rückkehr Ende 1948 stellte die Werft bis dahin vor eine herausfordernde Zeit. Durch seine Geschäftsverbindungen konnte die Werft das Neubauverbot in Teilen umgehen und leistete Schiffumbauarbeiten.

Der 116,5 Meter lange Volldecker „ROBERT BORNHOFEN“
Die ersten Schiffneubauten nach dem Krieg

In Zusammenarbeit mit der Reederei Robert Bornhofen aus Hamburg begann die Elsflether Werft 1952 den Neubau zweier Schiffe von 4200 tdw. „WALDECK“ und „WILHELM DOERENKAMP“ gingen als Ergebnisse des Auftrags hervor. Im Jahr 1955 folgte der 7000-t-Volldecker „ROBERT BORNHOFEN“, der bis dato das größte Schiff war, das je auf der Werft gelegen hatte.

Aufräumarbeiten im Schiffbaubüro nach der Sturmflut, 1962
Die Sturmflut

Im Februar 1962 wird auch die Elsflether Werft von der schweren Flutkatastrophe getroffen. Das Betriebsgelände und die Büros standen so tief unter Wasser, dass der Leiter des Alarmtrupps die Hallen und Bürogebäude nur noch mit einem Ruderboot erreichen konnte. Ein Teil des Archivs ging verloren. Der Betrieb wurde zwecks des Wiederaufbaus für zehn Tage eingestellt.

Festakt zum 50. Werftjubiläum, 1966
Das 50-jährige Jubiläum

Nachdem Edmund Behrendt jun. den Posten seines Vaters im Jahr 1962 antritt, feiert die Werft vier Jahre später unter seiner Leitung das 50-jährige Jubiläum. Nach einer Krise im Neubausektor entspannt sich die Lage, sodass 1966 vier Frachtschiffe mit 7.510 tdw, 1967 vier mit 8.998 tdw und 1968 weitere sechs mit 11.916 tdw ausgeliefert wurden. Mit der wachsenden Auftragslage erweitert die Werft seine Pier- und Kailänge und modernisierte die Maschinenparks und Lagersysteme.

Containerfrachter „VISURGIS“, 1971
Der Containerfrachter „VISURGIS“

128,4 Meter lang, 8 Meter Tiefgang, 8.850 Tonnen Traglast und 16 Millionen Euro teuer: Die „VISURGIS“ war das größte Schiff, das je in der Elsflether Werft gebaut wurde. Im Mai 1971 lief der Frachter vor weit über 1.000 Zuschauern vom Stapel. Die Werft spezialisiert sich ab den 1970er Jahren durch Druck der Wettbewerber aus Fernost auf den Bau von Spezial- und Sonderschiffbau.

Großyacht „PUKA PUKA“, 1986
Aufträge für Yachten und Marine

Behrendt jun. tritt aus dem Vorstand zurück. Sein Nachfolger wird Erhard Bülow. Die Auftragslage für Neubauten ging auch in den 1980er Jahren stetig zurück. Fast ein Drittel der Werkskapazität wurde von Marineaufträgen ausgeschöpft. Über die Dekade folgten zwei Aufträge für Yachten. Die 55,5 Meter lange „PUKA PUKA“ sowie die Hochsee-Segelyacht „ONYX“ mit Luxusausstattung und 900m² Segelfläche liefen 1986 und 1990 vom Stapel.

Ausbildungsjahrgang 1984-1987
Die Übernahme durch F. Lürssen

Das Reparaturgeschäft boomte und wurde für die Elsflether Werft zum Hauptgeschäftszweig – vor allem nach der Übernahme der Aktienmehrheit durch Friedrich Lürssen. Als Zweigwerft der Lürssen-Werft bearbeiteten die Mitarbeiter in Elsfleth nun fast ausschließlich Reparaturaufträge.

Der letzte Neubau Passagier-Großsegler „LILI MARLEEN“
Der letzte Schiffbau

Die Reparaturarbeiten an der „GROSSHERZOGIN ELISABETH“, kurz „LISSY“, brachten der Elsflether Werft vor allem in der Region hohes Ansehen ein. Dennoch brachten die vergangenen sowie die folgenden Jahre mehr Verluste als Gewinne mit sich. So lief 1994 das letzte selbstgebaute Schiff vom Stapel: Das erste deutsche, als Barkentine getakelte, Passagier-Segelschiff für Kreuzfahrten „LILI MARLEEN“. Mit drei Masten und einer Fläche von 1.200m² mit aufwendiger Bordeinrichtung.

1996
Die Neugründung

Zwei Jahre lang ist die Zukunft der Werft unklar. 1994 wird ein Konkursverfahren wegen Überschuldung eingeleitet. Erst 1996, die Werft übernahm bis dahin kleine Umbau- und Reparaturarbeiten, wurde die Rettung in letzter Sekunde verkündet: Während die Mitarbeiter bereits glaubten, ihren Job verloren zu haben, fanden sich neue Geldgeber unter Führung der Reeder-Familie Rohden. Als GmbH & Co. KG wurde die Elsflether Werft 1996 neu gegründet.

„WANGEROOGE“ im Dock neben der „BREMER HANDEL“
Die Reparaturwerft

Kurt Wiechmann übernimmt gemeinsam mit Gerhard Rohden und Dieter Griebel die Geschäftsführung. Unter der neuen Firmierung führt die Werft größtenteils Reparatur-, Umbau-, und Wartungsarbeiten durch. Die Auslastung der Werft liegt im Jahresdurchschnitt bei 80%. Bereits im ersten Jahr schreibt die Werft schwarze Zahlen.

Wesermarschzeitung, 5. Oktober 2001
Große Aufträge

Der 130 Meter lange und 20 Meter breite Bulkcarrier „HEA“, ein Vier-Luken-Schiff mit zwei Deckskränen, bewies die Werft, dass sie auch für diese Schiffsgrößen ausgelegt ist. 2001 folgt ein weiterer Großauftrag: Das gleichgroße Schwesternschiff „LIA“ wird zur Überholung zur Werft gebracht. Ein stetiger Auftraggeber bleibt die Bundesmarine.

Die „GORCH FOCK“ bei Elsfleth
Die „GORCH FOCK“

Die Elsflether Werft bekommt den Auftrag zur Grundinstandsetzung und Modernisierung der „GORCH FOCK“, die das Schulsegelschiff für weitere 25 Jahre auf der See vorbereiten soll. Bis heute liegt der Traditionssegler für Umbau- und Reparaturarbeiten regelmäßig in der Elsflether Werft.

Übergabe Klaus Wiechmann
Die Elsflether Werft AG

Die Werft wird auf den Beschluss der Gesellschafterversammlung 2008 wieder in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der technische Vorstand Kurt Wiechmann wird 2011, nach 53-jähriger Tätigkeit auf der Werft, durch seinen Sohn Klaus Wiechmann abgelöst.

Jubiläumsveranstaltung 100 Jahre Elsflether Werft
100 Jahre Elsflether Werft

Die Werft öffnete zu ihrem 100-jährigen Jubiläum die Türen für Besucher. Über 7.000 Gäste besuchten beim „Tag der offenen Werft“ das Elsflether Traditionsunternehmen. Gemeinsam mit den Besuchern feierte die Werft bei einem Rockkonzert, bot Schlepperfahrten an und öffnete die Türen ihrer Hallen und Werkstätten.