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Tradition und Fortschritt als Erfolgsrezept

Von der Neubauwerft zur Reparatur- und Umbauwerft

Tradition und Moderne verbinden sich in unserem Betrieb. Langjährige Erfahrung im Schiffneubau, in Schiffreparaturen, -Instandsetzungen und -Umbauten finden sich in der Elsflether Werft wieder.

Seit der Neugründung und Umstrukturierung der Werft im Jahre 1996 sind wir nicht mehr im Neubau von Schiffen tätig, sondern kompensierten unsere Schwerpunkte zu Ihrem Vorteil: Heute präsentieren wir uns Ihnen als Unternehmen mit den Kernkompetenzen Reparatur, Umbau und Wartung verschiedener Schiffstypen.

Auf einem Areal von mehr als 150.000 m² - direkt an der Hunte/Weser und nur 25 Kilometer flussabwärts der Hansestadt Bremen gelegen - realisieren wir selbst diffizilste Kundenwünsche nach Maß und Wunsch. Ausgezeichnetes handwerkliches Können unserer Facharbeiter in den unterschiedlichen Gewerken, modernste Arbeitsplätze in der neuen Werfthalle und Gerätschaften sowie ein vorausschauendes Management der Geschäftsleitung garantieren unseren Auftraggebern ein Optimum an Zufriedenheit.

Unsere Kunden profitieren von unseren langjährigen Erfahrungen rund um den Schiffbau, die Instandsetzung, Wartung und Reparatur. Die Elsflether Werft blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück:

Im Jahre 1916 als Aktiengesellschaft gegründet, führte sie ihre Geschäfte in den ersten Jahrzehnten fast ausschließlich als Neubauwerft im Handelsschiffbau. Während des Zweiten Weltkrieges wurden für die damalige Kriegsmarine Fischereifahrzeuge zu Patrouillenbooten umgebaut. Zum Bauprogramm gehörten vor und nach dem Krieg: Handelsschiffe, Frachtschiffe, Bohrinselversorger, Passagierschiffe, Fischereifahrzeuge, Lazarettschiffe, Containerschiffe, Tanker und Marineeinheiten (Tender, Mehrzweckboote "mittel" und "klein").

Nach Ende des Krieges begann, wie für viele Unternehmen, auch für unsere Werft eine schwierige Zeit - denn die Militärregierung sah Schiffe als Kriegsmaterial an und ließ Neubauten nicht mehr zu. So brachten erst 1950 umständlich genehmigte kleinere Neubauten wieder Leben in das Neubaugeschäft. Ende der 70er Jahre verschlechterte sich dieser Geschäftszweig der Handelsschifffahrt so weit, dass die Werft sich u. a. auf den Bau von Ölauffangschiffen sowie Luxusyachten und Segelschiffen des gehobenen Standards konzentrierte.

1994 dann wurde der erste deutsche Passagiergroßsegler, die weltweit eingesetzte "Lili Marleen", für die Reederei Deilmann ausgeliefert. Überwacht wurden die Planungs- und Bauphase vom Kapitän dieses Großseglers, Herrn Kapitän Immo von Schnurbein, der zuvor auch als Kommandant der "Gorch Fock" langjährige, wertvolle Erfahrungen sammelte. Zusammen mit unserem hochqualifizierten Fachpersonal konnte somit ein großartiges, kreatives und konstruktives Team die "Lili Marleen" betreuen. Die hervorragenden Segeleigenschaften dieser Dreimast-Barkentine werden sowohl vom Eigner als auch der Besatzung immer noch hochgeschätzt.

Aber nicht nur bei der "Lili Marleen" konnten wir unser umfassendes Fachwissen, bezogen auf Segelschiffe, einbringen. Seit vielen Jahren kommt auch das Segelschulschiff "Großherzogin Elisabeth" regelmäßig zu Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten in die Elsflether Werft.

Im Jahre 1993 wurde die "Lissy" nach einem Totalschaden durch Brandeinwirkung auf unserer Werft vollkommen wiederhergestellt. Es ist für uns jedes Mal ein Erlebnis der besonderen Art, einem traditionsreichen, älteren Segler wieder zu früherem Glanz zu verhelfen.

1996 wurde die Aktiengesellschaft in eine GmbH & Co. KG umgewandelt. Seither sind wir nicht mehr im Neubaugeschäft tätig, sondern konzentrieren unsere Kernkompetenzen auf Reparaturen und Umbauarbeiten. 1998/1999 tätigten wir den Großumbau der "Bodo Supplier" für die Reederei Bohlen und Doyen. Aus einem Versorger wurde ein vollautomatischer, satellitengeführter Kabelleger.

Neben umfangreichen Instandsetzungen von Handelsschiffen beschäftigen wir uns zudem mit steigender Tendenz mit der Reparatur von Schiffen öffentlicher Auftraggeber. Besonders mit der Reparaturabwicklung von Schiffen der Bundesmarine erlangten wir als leistungsstarke und zuverlässige Werft ein großes Renommee.

Der Auftrag für die Instandsetzung und Nutzungsdauerverlängerung des SSS "Gorch Fock" seit den Jahren 2000/2001 bildet sicherlich den Höhepunkt an dem stetig wachsenden Anteil der Instandsetzungen für die Bundesmarine. Unser langjährig erfahrenes, hochqualifiziertes Team ist dabei der Garant für die Qualität der Arbeitsausführung und Termintreue.

Nach der »Gorch Fock« kehrte ein weiterer Großsegler auf der Werft ein. Der in Gibraltar beheimatete Dreimast-Topsegelschoner »Salomon« lag im Auftrag eines Schweizer Unternehmens vom 18. Juni 2002 für drei Monate zu umfangreichen Umbauarbeiten in Elsfleth. Es dient heute der Ausbildung straffällig gewordener Jugendlicher auf See, wobei der oberste Lerninhalt Integration ist. Auf der Werft wurde die komplette Antriebsanlage erneuert, wozu auch der Maschinenraum mit Überwachungs- und Sicherheitssystemen umgestaltet werden musste. Außerdem wurden die elektrischen Aggregate und das gesamte Rohrleitungssystem ausgewechselt. Weiter erhielt das Schiff eine neue Brücke mit kompletter Navigation und modernem Fahrpult. Zusätzlich wurde die Ruderanlage erneuert und die Rettungssysteme auf den neuesten Stand der Technik gebracht. 2003 erfolgte nochmal eine Generalüberholung des unter Schweizer Flagge fahrenden Schiffes in Elsfleth. Vom Juli bis September 2015 gastierte das Schiff erneut zur Renovierungsarbeiten auf der Werft.

Aufträge für die Handelsschifffahrt

Natürlich gehören neben Traditionsseglern auch zeitgemäße Schiffe in Elsfleth zur Kundschaft.

2005 erhielt die Werft den Auftrag den Schnellboot-Tender »Main« zu einer U-Boot Unterstützungseinheit umzubauen. Die Umbauzeit betrug etwa 15 Monate. Als Anschlussaufträge wurden die Tender »Donau«, »Mosel«, »Werra« und »Rhein« in den Auftragsbüchern notiert. In der Folge liefen die Tender die Werft regelmäßig zu Zwei-Jahres-Inspektionen und anschließenden Sicherheitsinspektionen an. Einen weiteren Großauftrag von der Marine bekam die Werft im August 2009 mit der Instandsetzung der beiden selbstfahrenden 100-Tonnen Schwimmkräne »Hiev« und »Griep« Dabei wurden unter anderem die Gesamtsteuerung des eigentlichen Krans und der Gesamtantrieb elektronisch ausgestattet und größere Steuerhäuser errichtet.

Neue Montagehalle

2013/14 ging es an den längst überfälligen Neubau der Montagehalle. Dazu wurde die alte Halle von September bis November 2013 abgerissen, sodass im Dezember mit dem Neubau begonnen werden konnte. In der neuen, 120 Meter langen und 25 Meter breiten Halle fanden einige Werkstätten der Werft - Schlosserei, Rohrlegerei, Dreherei und Schiffbau - Platz, sodass effizienter gearbeitet und den Mitarbeitern den Arbeitsrichtlinien entsprechende Bedingungen geschaffen werden konnten. Für den seit Langem ersten Neubau mussten 4,5 Millionen Euro investiert werden.